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Hofladen Biotal Modellfoto Eingang

 

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D - 89542 Herbrechtigen - Eselsburg

Neubau

Atelier Werner Schmidt

 

Baujahr:2014/15/16
Planungszeit:ca. 6 Monate
Bauzeit:ca. 2 Jahre
Geschossfläche netto:360m²
Gebäudevolumen:3700m³

Heidenheimer Zeitung
Günter Trittner 23.1.2014

Eselsburg

Hofgemeinschaft Biotal baut ein Haus aus Stroh

Die Begegnung mit dem Schweizer Architekten Werner Schmidt vor einem Jahr hat die Entscheidung gebracht. Ihre Bio-Produkte will die Hofgemeinschaft künftig in einem Strohhaus verkaufen.


Kreisweit wird der Hofladen im Eselsburger Tal das erste Strohhaus werden. Seit 1987 bewirtschaftet die aus Rolf und Rebekka Schlumpberger, Marianne Esslinger und Hans und Ingeborg Bosch bestehende Hofgemeinschaft Äcker, Felder und Wiesen nach den Regeln von Bioland. Es gibt keine chemischen Pflanzenschutzmittel, keine Pestizide und schon gar keine Gentechnik. Und die Gemeinschaft ist bemüht, Energie ressourcenschonend zu gewinnen. Ihre Biogasanlage war eine der ersten im Landkreis, Photovoltaik ist selbstverständlich.
Vermarktet werden selbst angebautes Gemüse und Getreide, Milch und Milchprodukte von den eigenen Kühen wie das Fleisch der geschlachteten Tiere im Hofladen an der Talstraße. Und der ist über die Jahre aufgrund seiner Beengtheit zum Nadelöhr geworden. Der Laden kann deswegen nur halbtags geöffnet werden, weil die Produkte hier wegen der Raumknappheit auch für den Verkauf vorbereitet werden müssen. Auch die Milchverarbeitung braucht mehr Platz, nachdem unter Regie von Molkereimeister Wolfgang Nieß die Produktpalette an Joghurt, Quark und Käse erweitert worden ist.
Einen möglichst energieautarken Neubau hatte sich Hans Bosch vorgestellt. Beim Durchblättern einer Zeitschrift war er dann mehr aus Zufall auf ein Strohhaus gestoßen. Bei einer vom Architekten Werner Schmidt arrangierten Besichtigungsfahrt von Strohhäusern in Graubünden war man dann „schnell warm geworden.“ Der Architekt gilt als moderner Pionier dieser eigentlich alten Bauweise.
Aus Strohballen aufgerichtete Häuser kennt man seit über 100 Jahren, mehr als zehntausend sind bis heute gebaut und die ältesten, so weiß es Werner Schmidt, weisen auch heute noch kaum merkliche Bauschäden auf. Low-Tech statt High-Tech gibt Schmidt die Parole aus, die auch die Auffassung der Hofgemeinschaft widerspiegelt. „Warum mit viel Energie Isolierungen produzieren, wenn man das Material vom Feld holen kann“, hat sich Hans Bosch gefragt.
Strohballen als Baumaterial haben inzwischen Drucktests, Erdbebentests und Brandtests mit bestem Erfolg bestanden. Bei verputzten Wänden erreicht eine Hausmauer aus Strohballen die Feuerwiderstandsklasse einer 25 Zentimeter starken Betonwand.
Weil in Deutschland eine allein lastragende Strohwand nicht erlaubt ist, errichtet die Hofgemeinschaft ihren neuen Hofladen in Holzständerbauweise. 24 auf 16 Meter wird das Gebäude groß, das direkt auf einem noch freien Nachbargrundstück am Brenzufer entstehen soll. Ausladende Vordächer und das begrünte Tonnendach werden das Haus wie einen sanften Hügel wirken lassen.
Mindestens 70 Prozent der Baumaterialien möchte der Architekt aus einer Umgebung von maximal 30 Kilometer beziehen. „Das ist schon eine starke Motivation“, sagt Hans Bosch, „ich hoffe, es gelingt.“ Der Architekt habe auch schon wissen wollen, ob es hier Lehm gebe. Mit diesem soll der Bioladen innen verputzt werden, außen wird voraussichtlich Kalkputz aufgetragen.
Noch gefeilt wird am Energiekonzept für die 384 Quadratmeter Nutzraum. Bestandteile werden wohl Solarzellen und eine Wärmepumpe. Aber es gibt auch noch alternative Überlegungen zur Kühlung der Lebensmittel, zur Erzeugung von Wärme und zur Gewinnung von Strom. Aber auch hier gilt generell: möglichst viel Energie soll vor Ort gewonnen werden.
Im Frühjahr möchte die Hofgemeinschaft mit dem Bau beginnen. Die Länge der Bauzeit kann Hans Bosch nur schwer abschätzen. Eine Baufirma beauftragen die Familien nicht. „Wir machen es selbst mit unseren Mitarbeitern.“

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